Per Inkassodienst Forderungen eintreiben

Wer Forderungen hat, hat die Qual der Wahl, um an sein Geld zu kommen. Es gibt viele Wege, sich seine Rechte auf Forderungen bestätigen zu lassen, jedoch hat das Recht auch seine Grenzen, wenn es nichts zu holen gibt. Wenn Forderungen anstehen und niemand auf die Forderungen reagieren möchte, dann ist spätestens die Frage nach den Möglichkeiten gestellt, die das berechtigte Geld heranschaffen können.

Es gibt mittlerweile Inkassoanwälte, die sich auf das Thema Außenstände spezialisiert haben. Ein anderer Weg sind neben Mahnbescheiden, die ohne Anwalt auskommen können, Inkassodienste, die Forderungen eintreiben können. Dazu zählen Inkassobüros, bei denen zu aktuellen Themen Informationen zu bekommen sind und Rat und Tat Hand in Hand gehen. In der Regel übernehmen diese Inkassobüros das Forderungsmanagement für Unternehmen. Praktische Hilfe bieten Inkasso-Unternehmen, wenn es darum geht, ein Inkasso-Unternehmen in der nächsten Umgebung zu finden.

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Gerichtliche Mahnverfahren halten die Kosten zunächst niedrig und sind ein praktikabler Weg, der jedoch nur dann zum Erfolg führt, wenn ein Vollstreckungsbescheid an den Mann oder an die Frau gebracht werden kann. Oft ist spätestens da der Weg zu Ende und zeigt sich in geplünderten Geschäftskonten und „Adresse unbekannt – ins Ausland verzogen“. Das Mahnbescheidsverfahren ist der Vorläufer zum Vollstreckungsbescheid und ist ebenfalls ohne weitere Hilfe selbständig in Angriff zu nehmen. Die Kosten sind gering und die Formulare sind online erhältlich.

Handelt es sich bei den Forderungen um größere Summen, bieten Factoring-Anbieter Hilfe. Sie kaufen die Forderungen ab, wobei natürlich eine relativ hohe Summe bezahlt werden muss. In manchen Großstädten gibt es spezielle Möglichkeiten, die Anwälte und Inkassodienste zusammenfassen. Wer durch Zahlungsverzug in eine ernste Problemlage gerät, dem stehen Servicedienste zur Verfügung, die im Internet unter Zahlungsverzug zu finden sind. Schließlich können auch noch Detekteien eingeschaltet werden.

Summa summarum wird es bei der Suche nach Inkassodiensten immer erst einmal um die Höhe der Summen gehen. Alle Dienste kosten Geld und das muss sich mit den Forderungen rechnen. Liegen die Forderungen unter 20 000,- ist genaues Recherchieren nach Preisen und Leistungen wichtig.

Inkassodienste nehmen immer größere Bedeutung ein, wenn es darum geht, Forderungen einzuholen. Sie können grob in vier Kategorien unterteilt werden.

Zu den großen Inkassodiensten zählen Unternehmen, die mit bis zu Hundert Mitarbeitern tätig sind. Ihr Tätigkeitsbereich reicht von kleinen Forderungen aus Internetdienstleistungen über Versandhandelsforderungen bis zu sehr großen Forderungen der Banken. Das Procedere kann in der Form vor sich gehen, dass die Forderungen gekauft werden und der Gläubiger nichts mehr mit ihnen zu tun hat oder diese Unternehmen werden im Auftrag der Gläubiger tätig. Forderungen werden dabei über Jahre hinweg verfolgt. Diese großen Inkassounternehmen arbeiten mit ebenfalls großen Anwaltskanzleien zusammen, die sich um Titulierungen und Vollstreckungen kümmern. In der Regel arbeiten diese Unternehmen professionell, wobei natürlich auch schwarze Schafe darunter sein können.

Es gibt auch große Inkassounternehmen, die sich auf die Forderung kleinerer Beträge spezialisiert haben, wie sie sich beispielsweise aus dem Versandhandel ergeben. Selten kaufen diese Unternehmen die Forderungen ab, da es für sie weniger rentabel ist.

Mittelgroße Inkassounternehmen kümmern sich meistens um weniger Kunden oder kümmern sich nur um ein paar Hauptkunden. Meistens decken diese Unternehmen bestimmte Marktsegmente ab. Bei diesen Unternehmen ist Vorsicht geboten, da sie nicht immer wirklich professionell tätig werden. Da sie spezialisiert sind, gehen sie oft nicht auf die individuellen Situationen ein und versenden Formschreiben, die nicht besonders erfolgreich sind. Die Verwaltung der diversen Forderungen stehen im Vordergrund und weniger zielgerichtete Verhandlungen. Die Arbeit mit Anwälten bei Vollstreckungen werden ebenfalls oft unprofessionell durchgeführt, so dass die Ergebnisse und der Erfolg schwach ist.

Um also die beste Form eines geeigneten Inkassodienstes zu finden, ist der erste Kontakt von wesentlicher Bedeutung. Inkassobüros nehmen grundsätzlich relativ hohe Gebühren für ihre Dienste. Oft bis zu 50 Prozent Provision. In dem Moment, wo Forderungen vor Gericht gehen, kommen Rechtsanwaltsgebühren dazu. Seriöse Inkassounternehmen müssen berechtigt sein, Forderungen einziehen zu dürfen. Dafür erhalten sie Erlaubnis von den zuständigen Behörden, wie Amtsgerichten. Gerichtliche Mahnverfahren und Prozessführungen zählen nicht dazu. Inkassodienste arbeiten oft angelehnt an die Bundesrechtsanwaltsgebührenordnung und damit richten sich die Kosten nach dem Streitwert, manchmal zusätzlich auch auf Erfolgshonorarzahlungen. Erfolgshonorare können übrigens dem Schuldner nicht in Rechnung gestellt werden, der Gläubiger hat diese zu tragen.

Marktübliche Erfolgsprovisionssätze liegen bei Forderungen bei 10 Prozent und bei titulierten Forderungen bei 20 Prozent und mit Betreibungsversuch bei 30 Prozent. Wenn zusätzlich das Kostenrisiko durch Gerichtsvollzieher, Rechtsanwälte, Behörden und Gerichte veranschlagt wird, liegen die Provisionssätze bei 50 Prozent. Die Kosten muss der Schuldner tragen, da sie als Teil des Verzugsschadens zu erstatten sind. Als Orientierung muss aber die Bundesrechtsanwaltsgebührenordnung dienen. Gute Inkassobüros beschäftigen daher auch oft einen Volljuristen im Hause der schnelle Rückfragen der Sachbearbeitung gewährleistet.

Indikatoren guter, seriöser Inkassodienste

  • Bei pauschalen Jahresbeiträgen oder Mitgliedsgebühren ist Vorsicht geboten. Ein guter Inkassodienst kann komplett auf Basis seiner Erfolgsquote kalkulieren und braucht kein „Eintrittsgeld“ verlangen.
  • Gebühren gleich bei Auftragserteilung zu erheben, ist oft wenig vertrauenerweckend. Gute Inkassobüros erheben oft keine Auslagenvorschüsse.
  • Die Art der Auftragsannahme kann ein Zeichen sein wie Flexibel das Inkassobüro arbeitet. Wenn Auftragsformulare herausgegeben werden, die man eventuell sogar noch vorab kaufen muss, ist es eher unwahrscheinlich, dass sich diese „Schema-F-Philosophie“ plötzlich bei der Fallbearbeitung ändert.“
  • Fragen Sie, ob zumindest ein Volljurist im Hause beschäftigt ist. Dies deutet oft auf hohe Fachkompetenz bei der Fallbearbeitung hin.
  • Bei Erfolg sollte die Hauptforderung zu 100% ausgezahlt werden.
  • Einige Inkassodienste begrenzen sogar bei Nichterfolg die Kosten im vorgerichtlichen gerichtlichen Mahn- und Vollstreckungsverfahren auf eine Aufwandspauschale.

…und jetzt Du!

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2 Kommentare

  1. Martin Lobinger

    Mein Onkel, der sich mit dem Handel von Obst und Gemüse beschäftigt, hat ein Inkassounternehmen mit der Durchsetzung seiner Forderungen beauftragt. Zum Glück war ich bereits vor ihrer Beauftragung auf diesen Beitrag gestoßen. So konnte ich meinem Onkel den Tipp rechtzeitig geben, sich nach dem Vorliegen einer behördlichen Zulassung für das jeweilige Inkassounternehmen zu erkundigen.

    Antworten
    • Sven

      Freut mich, dass meine Infos etwas helfen konnten.

      Antworten

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