Weiterbildungschancen in der Gastronomie

Weiterbildungschancen in der Gastronomie

Mit der Ausbildung zum Hotel- oder Restaurantfachmann, Koch oder einfach „nur“ mit einem Kellner-Job beginnt meist die berufliche Laufbahn in der Gastronomie. Ob Ausbildung oder nicht – wem es in der Branche gefällt, der kommt irgendwann an den Punkt, an dem er seiner Karriere einen Schub geben möchte. Doch das funktioniert nicht einfach nur, indem man sich in weitere Bereiche einarbeitet. Hier ist gründlich und mit Praxisbezug erlerntes Fachwissen gefragt!

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Wer gewillt ist, sich in der Gastronomie weiterzubilden, findet Möglichkeiten für jeden Geschmack vor. Für eine Ausbildung wird meist eine ein- bis vierjährige Berufserfahrung in einem abgeschlossenen Gastronomie-Beruf vorausgesetzt. Doch zunächst einmal stellt sich die Frage, in welche Richtung es gehen soll. Möchte ich mich spezialisieren, z. B. auf das Mixen von Cocktails oder die Weinkunde oder möchte ich einmal im Management tätig sein? Strebe ich als Koch eine Zusatzqualifikation an, z. B. in Sachen Diätküche, oder interessiert mich die betriebswirtschaftliche Seite der Gastronomie?

Neben fachlichen Kompetenzen wie Kochen, Anrichten von Speisen, Dekorieren, Servieren usw. sind betriebs- und personalwirtschaftliche Lehrinhalte bei einer Weiterbildung in der Gastronomie von großer Bedeutung. Wer hier vorwärts kommen möchte, kann sich einerseits intensiver mit der Materie „Lebensmittel“ in allen Varianten beschäftigen. Wer sich andererseits aber in absehbarer Zeit in der Managementebene sieht, der er sollte ebenso für Dinge, die sich nicht nur in der Bar, im Restaurant oder der Küche abspielen, offen sein. Die Organisation von Abläufen, Planung und Kalkulation, Eventmanagement und nicht zuletzt Personalführung gehören je nach Berufswahl zu den Aufgaben des aufstrebenden Gastronomen und befördern diesen schon einmal in einen Bürostuhl.

Zahlreiche Institute (auch für Fernlehrgänge) in Deutschland bieten Weiterbildungen in allen Bereichen der Gastronomie an. Wichtig ist, dass die Ausbildung praxisnah vollzogen wird. Dafür sorgen Dozenten, die selber aus der Gastronomie kommen. Einige Institute arbeiten mit Ernährungswissenschaftlern, Ärzten, Diätassistenten und Ingenieuren für Lebensmitteltechnologie zusammen. Es bewährt sich, wenn die Dozenten für die Fragen der Schulungsteilnehmer offen sind und ihnen mit ihrem Wissen und ihrer Erfahrung zur Seite stehen. Für den Auszubildenden stellt dies eine weitere Motivation dar.

Bei der Wahl der Ausbildung ist zu berücksichtigen, ob sie berufsbegleitend verlaufen kann oder soll bzw. wie die Unterrichtszeiten festgelegt sind. Schließlich wird in der Gastronomie zu beinahe allen Zeiten gearbeitet.
Hier einige Berufsbeispiele:

Geprüfte/r Barmixer/in: Nach ein bis zwei Jahren Berufserfahrung ist die Ausbildung zum Barmixer in ca. 6 Monaten zu absolvieren. Neben praxisbezogenen Fächern wie der Waren- und Getränkelehre, Speedtraining und Showmixen wird Rechnungswesen und Wirtschafts- und Rechtskunde sowie Fachenglisch und –französisch unterrichtet.
Nach drei Jahren in diesem Beruf ist ein Abschluss zum Barmeister möglich.

Geprüfte/r Sommelier/iére:
Die Ausbildung zum Staatlich geprüften Sommelier dauert 16 Monate und beinhaltet ein viermonatiges Praktikum in der Weinwirtschaft. Weinkunde und Sensorik sowie Betriebsorganisation und Marketing sind die Lehrinhalte. Sprachkenntnisse in Englisch und Französisch sollten vorhanden sein. Die IHK setzt für die Ausbildung 282 Unterrichtsstunden plus Praktikum an.

Staatlich geprüfte/r Gastronom/in: Diese Weiterbildung, die von Hotelfachschulen angeboten wird, ist ein wichtiger Schritt auf der Karriereleiter. Der Abschluss „Staatlich geprüfter Gastronom“ ebnet den Weg in die höheren Ebenen der Gastronomie. Eine abgeschlossene gastronomische Ausbildung sowie drei Jahre Berufserfahrung sind Voraussetzung. Der Auszubildende besucht ein Jahr lang eine Vollzeitschule. Betriebswirtschaftslehre, Recht, Rechnungs- und Steuerwesen, Personalwirtschaft, Kommunikation, Informationsmanagement und eine Fremdsprache (Englisch oder Französisch) stehen auf dem Lehrplan.

Fachwirt/in im Gastgewerbe: Die Ausbildungsinhalte sind ähnlich wie beim Staatlich geprüften Gastronom, nur richten sie sich verstärkt auf die mittlere Management-Ebene aus.

Betriebswirt/in Systemgastronomie (HMA): Diese Weiterbildung kann man nur an der Hotelmanagement-Akademie des Gastronomischen Bildungszentrums Koblenz absolvieren. Es geht hauptsächlich um Kompetenzen wie Führung, Qualitätsmanagement, Marketingstrategien, Preis- und Produktpolitik und Gäste- und Beschwerdemanagement. Führungserfahrung ist hier von Vorteil.

Die Prüfungen werden entweder von der IHK oder den jeweiligen Institutionen selbst abgenommen.

Zieht man eine Weiterbildung in Betracht, muss man mit Kosten rechnen. Zunächst einmal sind da die Ausbildungs- und Prüfungsgebühren sowie Materialkosten. Möglicherweise besteht Anspruch auf Meister-Bafög oder auf Förderung durch das Arbeitsamt; darüber sollte man sich auf jeden Fall erkundigen. Weiterhin entstehen manchmal Übernachtungs- oder Mietkosten, wenn man zur Prüfung anreisen und für eine Nacht oder gar für die gesamte Dauer der Ausbildung ein Zimmer in der Nähe der Schule mieten muss.

Wer sich weiterbilden, jedoch keine längere Ausbildung machen möchte, muss nicht auf der Strecke bleiben! Für ihn sind fachspezifische Seminare das Richtige. Die vielfältigen Bereiche der Gastronomie liefern ein breites Spektrum an Lehrgängen. Von Esskultur über Eventmanagement bis hin zur Rhetorik werden Lehrgänge, Tagungen, Studiengänge etc. angeboten. Dies ist z. B. für Köche und Servicemitarbeiter interessant. Sie können in kurzer Zeit die Befähigung zum Umsetzen neuester Trends erhalten oder ihr Wissen über Arbeits- und Gesundheitsschutz, Kommunikation, Umgang mit verschiedenen Gästetypen und Beschwerdemanagement erweitern.

Ziel einer Weiterbildung in der Gastronomie sollte in erster Linie qualifiziertes und motiviertes Personal sein. Denn daran mangelt es oftmals. Kompetenz und Gastfreundlichkeit tun beiden Seiten gut: Dem Gast, der sich rundum wohl fühlt, und dem Betrieb.

…und jetzt Du!

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