Gemeinsam für einen guten Zweck: Bei Bürgerstiftungen geht es nicht um das Vermögen eines einzelnen wohlhabenden Stifters, sondern um den Zusammenschluss mehrerer Menschen im Dienste des gemeinnützigen Engagements. Diese Wohltätigkeit im Verbund liegt seit rund zehn Jahren auch in Deutschland immer mehr im Trend.
Bürgerstiftungen bilden jeweils für eine Stadt, einen Landkreis oder eine Region so etwas wie ein Sammelbecken für Spenden und Zustiftungen, aus deren Erträgen eine Vielzahl gesellschaftlicher Aufgaben gefördert wird. Das können die unterschiedlichsten Institutionen oder Projekte sein, deren Unterstützung den Bürgern am Herzen liegt – aus den Bereichen Bildung und Erziehung, Kunst und Kultur oder Wissenschaft und Forschung ebenso wie z. B. Heimatpflege, Jugend- und Altenhilfe, Umweltschutz oder Sport.
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Sowohl die Gründungsstifter als auch spätere Zustifter einer solchen Initiative können schon mit kleineren Beträgen insgesamt einen effektiven Beitrag für das Gemeinwohl in einem klar definierten geografischen Bereich leisten. Darüber hinaus bieten Bürgerstiftungen die Möglichkeit, sich nicht nur mit Geld, sondern auch in Form von ehrenamtlicher Arbeit oder guten Ideen an den Förderprojekten zu beteiligen.
Allein im Jahr 2006 wurden in Deutschland 44 neue Bürgerstiftungen ins Leben gerufen, ihre Gesamtzahl beträgt damit jetzt 147 Initiativen. 133 dieser Institutionen sind bereits mit dem Gütesiegel des Bundesverbandes Deutscher Stiftungen ausgezeichnet worden, für möglichst breite Aufgabenbereiche, die Unabhängigkeit von staatlichen Instanzen oder einzelnen Stiftern sowie für die Transparenz der Mittelvergabe. Die Bürgerstiftungen repräsentieren inzwischen ein Kapital von 75 Mio. Euro. Seit dem Jahr 2002 wurden aus den Kapitalerträgen und weiteren Zuwendungen gemeinnützige Aufgaben mit insgesamt mehr als 21. Mio. Euro gefördert, vor allem in den Bereichen Jugend, Soziales und Bildung.
Über 10.000 Menschen haben sich inzwischen als Gründungs- oder Zustifter an dieser Form gemeinnützigen Engagements aktiv beteiligt. Prognosen gehen bis zum Jahr 2016 sogar von einem Fördervolumen von jährlich weit über 100 Mio. Euro aus. Eine beträchtliche Summe für viele wichtige Projekte, die allein aus staatlichen Mitteln längst nicht mehr zu finanzieren wären. Wer sich grundsätzlich über die Funktion von Stiftungen bzw. über die Möglichkeiten einer eigenen Stiftungsgründung informieren möchte, für den empfiehlt sich eine Broschüre der Deutschen Stiftungsagentur. Sie kann gegen einen rückadressierten und mit 1,45 Euro frankierten DIN A 4-Briefumschlag angefordert werden (Deutsche Stiftungsagentur, Gut Gnadental, Nixhütter Weg 85, 41468 Neuss, Tel: 0 21 31/66 22 221, Fax: 0 21 31/66 22 225, www.stiftungsagentur.de bzw. www.stiftungskooperation.de).
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