Ausbildung Logopädie – Wie wird man Logopäde/Logopädin?

Logopäden werden sehr praxisnah hauptsächlich an staatlichen oder privaten Berufsfachschulen für Gesundheit ausgebildet, von denen über 70 den Ausbildungsgang Logopädie anbieten. Die Ausbildung dauert drei Jahre und die Lerninhalte sind bundesweit einheitlich geregelt. Der schulische Unterricht umfasst neben der allgemeinen Logopädie, Stimmbildung und Berufskunde auch Ausbildungsinhalte aus dem medizinischen, psychologischen, pädagogischen und technischen Bereich, wie Anatomie, Hals-, Nasen-, und Ohrenheilkunde, Kinder- und Jugendpsychiatrie, Pädagogik, Soziologie, Linguistik, Sprecherziehung, Elektro- und Hörgeräteakustik u. v. m. Zahlreiche Praktika und Hospitationen in klinischen und pädagogischen Einrichtungen und bei niedergelassenen Logopäden runden die Ausbildung ab.

Voraussetzung für den Besuch einer Fachschule für Logopädie ist zwar ein Realschulabschluss, eine gleichwertige Ausbildung oder ein Hauptschulabschluss mit einer zusätzlichen mindestens zweijährigen abgeschlossenen Berufsausbildung, Bewerber mit Abitur sind aber, auch was die Eignungsprüfungen anbelangt, ganz klar im Vorteil.
Zwischen den verschiedenen Fachschulen gibt es zwar erhebliche Qualitätsunterschiede, diese sind aber nicht von der Trägerschaft der Schule abhängig. Private Schulen mit oft erheblichen Schulgebühren sind also nicht automatisch besser als staatliche Schulen.

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Der Deutsche Bundesverband für Logopädie e. V. hat ein Qualitätssicherungsverfahren entwickelt, mit dem die Qualität der Lehre an einer Schule beurteilt werden kann. Etliche Schulen haben sich bereits dem Testverfahren unterzogen, eine aktuelle Liste kann auf der Homepage des Verbandes abgerufen werden (www.dbl-ev.de).
Für die Auswahl einer bestimmten Schule empfiehlt es sich, die von allen Schulen regelmäßig angebotenen Tage der offenen Tür zu nutzen und am Schnupperunterricht teilzunehmen.

Seit 2010 besteht auch die Möglichkeit, Logopädie an Hochschulen bzw. Fachhochschulen zu studieren, wofür auf jeden Fall das Abitur benötigt wird. Die Ausbildung wird mit dem akademischen Abschluss Bachelor of Science abgeschlossen.
Eine besonders gute Möglichkeit, die praktische Ausrichtung der Fachschulen mit dem theoretischen Anspruch der Hochschulen zu verbinden, ist ein dualer Ausbildungsgang, bei dem man nach 4 Jahren zwei Abschlüsse erwirbt, den berufspraktischen Abschluss als Logopäde und den akademischen Abschluss Bachelor of Science.

Für Logopäden gelten ganz besonders hohe Anforderungen an ihre Berufseignung, da sie als Therapeuten einen vertrauensvollen Zugang zu ihren Patienten haben müssen und ihnen sprachlich als absolutes Vorbild dienen sollen. Deshalb wird vor die Zulassung zur Ausbildung an allen Ausbildungsstätten, ob Fach- oder Hochschule, eine Eignungsprüfung vorgeschaltet, bei der durch Lehrlogopäden, Ärzte und Psychologen die Berufseignung der Bewerber zum Logopäden getestet wird. Dabei wird sowohl die fachliche als auch die medizinische und psychologische Eignung festgestellt. In der fachliche Prüfung werden durch das Vortragen von Liedern, Gedichten und Prosatesten die Musikalität, die Sprech- und Singstimme, das Stimmvolumen und die dialektfreie und flüssige Rede getestet. Die medizinische Eignung wird durch eine phoniatrische Untersuchung festgestellt, die einen Hörtest und die endoskopische Überprüfung von Kehlkopf und Nase umfasst. In der psychologischen Untersuchung schließlich werden die Motivation und persönlichkeitsbedingte Eignung der Bewerber zum Therapeuten überprüft.

Wenn die Hürden der Schulauswahl und des Eignungstestes überwunden sind, stellt sich für alle angehenden Logopäden, die nicht von ihren Eltern finanziell unterstützt werden, die Frage nach der Finanzierung der Ausbildung. Da die Ausbildung nicht unbedingt am Wohnort der Eltern stattfinden kann, muss, selbst wenn man einen Platz an einer der begehrten gebührenfreien staatlichen Schulen ergattert hat, der Lebensunterhalt für mindestens drei Jahre gesichert werden.
Mehrere Möglichkeiten stehen hier zur Auswahl, wobei das BAföG sicherlich die bekannteste ist. Hierfür gelten Vermögens- und Einkommensgrenzen, ganz wichtig ist allerdings auch die Altersgrenze, denn die Ausbildung muss vor dem 30. Lebensjahr begonnen werden. BAföG-Leistungen müssen nach Aufnahme der Berufstätigkeit nur teilweise zurückgezahlt werden.

Eine weitere Möglichkeit sind zinsgünstige Bildungskredite, die keiner der obigen Begrenzungen unterliegen. Diese Kredite haben zwar günstige Konditionen, müssen aber voll zurückgezahlt werden.
Für Bewerber, die bereits eine andere Ausbildung mit sehr guten Noten abgeschlossen haben, gibt es die Möglichkeit von Stipendien, beispielsweise durch das Begabtenförderungswerk berufliche Bildung der Bundesregierung.
Auch die Agentur für Arbeit finanziert Weiterbildungsmaßnahmen im Rahmen des Aufstiegsfortbildungsförderungsgesetzes. Hierbei muss allerdings berücksichtigt werden, dass die maximale Förderung nur 2 Jahre beträgt, das dritte Jahr an der Fachschule also anderweitig finanziert werden muss.
Fast alle Schulen bieten umfassende Beratungen zur Ausbildungsfinanzierung an, insbesondere die privaten Schulen, die ja auf zahlenden Schüler angewiesen sind.

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